Paddy Power und Betfair schließen sich zusammen

Mit der Fusion der Wettanbieter Betfair und Paddy Power steht der nächste große Zusammenschluss von Milliardenunternehmen in der Gaming-Industrie an, ein Deal, der das neue Unternehmen zu einem der größten Wett- und Casinoanbieter weltweit machen wird.

Wenn die Fusion abgeschlossen ist, sollen Aktionäre von Paddy Power 52 Prozent des Unternehmens besitzen, während Betfair-Aktionäre über 48 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals verfügen. Nach der Fertigstellung würden Aktionären von Paddy Power außerdem eine Sonderdividende von etwa 80 Millionen Euro zufallen.

‚Paddy Power Betfair‘ erstmal größter Glücksspiel-Anbieter weltweit

In einer gemeinsam veröffentlichten Erklärung von Betfair und Paddy Power erklärten die beiden Unternehmen, dass durch die mögliche Fusion ‚Paddy Power Betfair‘ zu den größten öffentlichen Wettanbietern und Gaming-Unternehmen der Welt aufgrund des erwarteten Umsatzes von mehr als einer Milliarde britischer Pfund gehören wird.

Noch sind einige Details auszuhandeln, doch sind die Rollen des neuen potenziellen Managements bereits verteilt. Die Logik des Zusammenschlusses liegt klar auf der Hand, da sowohl Paddy Power als auch Betfair britische Wettanbieter sind und ähnlich aufgebaut; mit einem Marktwert von 3,46 Milliarden Euro ist Paddy Power zwar etwas größer als Befair mit 3,3 Milliarden Euro, doch sind die Unterschiede im Grunde so minimal, dass sich hier zwei ehemalige Konkurrenten auf gleicher Augenhöhe begegnen und durch die Fusion den eigenen Stellenwert auf dem Wettmarkt entscheidend verbessern werden.

Jahr der Fusionen und Übernahmen

Der Zugzwang, mit einem anderen Unternehmen zu fusionieren, um konkurrenzfähig zu bleiben, hat mittlerweile die gesamte britische Buchmachersparte erfasst. So war bereits vom Zusammenschluss von Ladbrokes und Gala Coral berichtet wurde mit Playtech als anteiligem Shareholder, die ebenfalls das neue Frontend von Ladbrokes gestaltet und umgesetzt habe.

Ein weiterer großer Konkurrent ist mit der möglichen Übernahme von bwin durch 888 Holdings oder GVC Holdings unterwegs, doch wer am Ende bwin.party für sich beanspruchen kann, ist zurzeit noch völlig offen. So hatte bwin zwar 888 Holdings zugesagt, doch bietet GVC mehr Geld, fest steht jedoch, dass hier ein weiteres Milliarden-Dollar-Unternehmen entstehen wird, wenn der Übernahmekampf einmal abgeschlossen ist. Betrachtet man die restlichen, im Vergleich wesentlich kleineren britischen Buchmacher, ist es wohl außerdem nur eine Frage der Zeit, bis von der nächsten Fusion im Online-Gaming berichtet wird.

Vorteile

Die Vorteile für beide Unternehmen liegen auf der Hand. Sie positinieren sich in einigen sehr wichtigen Märkten gemeinsam. In UK ist das wegen der unglaublichen Konkurrenz wichtig und PaddyPower steuert hier das Offlinegeschäft bei, während Betfair mit seiner Börse am Limit angekommen war und das klassische Wettangebot nicht überragend lief. Dafür ist PaddyPower mobil deutlich besser aufgestellt als Betfair und hat auch im Casinobereich mehr Erfolg.

Gleichzeitig kann man so gemeinsam weitere Bemühungen in den USA anstellen, wo Betfair in New Jersey sehr erfolgreich agiert. Dies bleibt jedoch eine Wette auf die Zukunft, da man natürlich hofft noch weitere Bundesstaaten in den USA zu erobern FALLS diese aufmachen.

In Spanien bekommt man mit Betfair jemanden, der eine Lizenz hat, der es jedoch nie geschafft hat sich durchzusetzen.

Schwierige Felder

Schwierig wird es in der Feldern, in denen beide Unternehmen vertreten sind. In Italien haben beide eine Lizenz und sind mittelmäßig erfolgreich. In Australien haben ebenfalls beide eine Lizenz, aber hier ist PaddyPower der klare Big Player, der Betfair nicht wirklich braucht. Im Rest von Europa schient man sehr schwierige Strategien zu haben. Während sich Betfair unbedingt um eine Lizenz in Deutschland bemühte, ist PaddyPower schon lange raus. Auch sonst wird man sehen müssen wie die Fusion wirklich funktioniert. Während PaddyPower meist gar keine grauen Märkte bedient, musste Betfair recht schnell feststellen wie lukrativ und wichtig sie für die Börse zum Teil waren.

Man muss sich hier fragen wie gesund es ist, wenn Ex-manager des einen Riesen das Feld vorbereiten, indem sie zu einem anderen Riesen wechseln. Ich persönlich halte dies für schwierig, so wie ich den Coral und Ladbrokes Merger für ausgesprochen schwierig halte.

Ein starker Footprint in Großbritannien, Irland und Australien, aber außerhalb sehe ich hier große potenzielle Probleme für die Marke oder besser gesagt: für den Merger.

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