GVC Holdings rüstet mit Amaya Gaming für Übernahme von bwin gegen 888 auf

Nach den Schlagzeilen der letzten Monate, die immer wieder mal von Übernahmegerüchten berichteten, überschlagen sich die Meldung seit Freitagmorgen. Nachdem GVC von einem Angebot am Wochenende sprach, trat gestern 888 Holdings als Mitbieter auf. Nun bekommt GVC Beistand von Amaya Gaming, das bereits früher großes Interesse an bwin.party gezeigt hatte.

Wie wir gestern berichtet haben, hatten die Übernahmegerüchte von bwin eine neue Dimension erreicht, als sich plötzlich 888 in den Bieterkampf einmischte mit der Ankündigung, bwin ebenfalls ein Angebot zu unterbreiten. Die Aktie von bwin stieg bis zum Abend um mehr als 10 Prozent bei dem schlagartigen Interesse von zwei namhaften Unternehmen, wobei der Tenor mehr für die Übernahme durch 888 sprach aufgrund der Win-Win Situation, die sich dadurch ergeben würde. Nach Aussage des Unternehmens hatten bereits fast 60 Prozent der Shareholder für den Kauf gestimmt.

Amaya im Joint Venture mit GVC

Wenige Stunden nach der aktuellen Entwicklung am Montag ging es in die nächste Runde, als die Nachricht publik wurde, dass GVC Holdings mit Amaya Gaming, dem größten Glücksspielanbieter der Welt mit Sitz auf der Isle of Man, nun gemeinsame Sache macht, um bwin.party zu akquirieren. Amaya Gaming war bereits in der Vergangenheit an bwin interessiert und in Verhandlungen mit dem Management, doch kam es zu keinem Deal. Zusammen mit GVC Holdings, die mit Sportingbet bereits ein sehr erfolgreiches und renommiertes Sportportal besitzen, liegt das aktuelle Gebot für bwin bei 1,5 Milliarden Euro.

Sollten tatsächlich die beiden letztgenannten Unternehmen bwin übernehmen, würde der Sportwetten-, Casino-, und Pokeranbieter nicht in seinem jetzigen Zustand bestehen bleiben, sondern aufgeteilt werden. Amayas vordergründiges Interesse gilt dem Pokerbereich, doch spielen die Sportwetten ebenfalls ein Thema. Mit diesem Abkommen würden ein ehemaliger Pokergigant und der amtierende globale Marktführer vereint werden, also PokerStars von Amaya mit der EPT-Marke sowie die WPT-Marke von bwin in einem einzigen Mutterkonzern. Für Amaya wäre dies außerdem ein zusätzlicher Weg in die USA, da bwin.party in New Jersey lizenziert ist durch die Partnerschaft mit dem Online-Pokerraum Borgata.

Verteilung der Sportwetten noch unklar

Mit der Übernahme durch GVC Holdings und Amaya würde GVC die meisten Anteile besitzen, während Amaya sich vor allem auf Poker konzentriert und GVC sich um die Umstrukturierung in den darauf folgenden 24 Monaten kümmert. Danach hat Amaya die Möglichkeit, ebenfalls das Sportsbook zu kaufen, da bereits in einigen Märkten von PokerStars Sportwetten eine Rolle spielen und ausgebaut werden sollen.

Entschieden ist noch gar nichts und somit sind die meisten Annahmen eben auch nur Theorien, bis tatsächlich ein unterschriebener Vertrag von beiden Seiten vorliegt, wer auch immer sie sein mögen. Die bwin-Aktie befindet sich nach wie vor stabil auf dem besten Kurs seit Januar 2015, doch steht wohl fest, dass die Zeiten von bwin.party als unabhängiger Glücksspielanbieter endgültig vorbei sind.

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