GVC erhöht Angebot für bwin – William Hill kauft ein

Das britische Online-Glücksspielunternehmen GVC Holdings PLC hat erneut innerhalb von zwei Wochen das Angebot erhöht, um den angeschlagenen Glücksspielanbieter bwin.party zu übernehmen. Ob sich die Hartnäckigkeit bezahlt macht, bleibt abzuwarten, denn im letzten offiziellen Update war von 888 Holdings die Rede, die den Bieterkampf gewonnen haben soll. In der Zwischenzeit wird William Hill dreißig Prozent von NeoGames aufkaufen, um ins Lotteriegeschäft einzusteigen.

GVC Holdings lässt Zahlen sprechen, denn nach dem bereits letzten Übernahmeangebot, das mit 990 Millionen Pfund fast 100 Millionen Pfund höher als das von 888 Holdings ausfiel, erhöht das Unternehmen noch einmal auf 1,03 Milliarden Pfund. Das Angebot lautet nun 125,5 Pence pro bwin-Aktie und liegt damit 2,4% über dem vorherigen Wert am 27. Juli. Aktien von bwin stiegen leicht auf 117 Pence an, während der Wert von GVC-Aktion geringfügig sank und 888 Holdings unverändert auf 170 Pence blieb.

Ergebnis in den nächsten zwei Wochen erwartet

Ob es im Endeffekt das Geld ist, das bwin.party überzeugen wird, wird sich noch zeigen, denn obwohl 888 Holdings zwar weniger geboten hatte, schien die Wahl logischer aufgrund der Ähnlichkeiten der beiden Unternehmen zu sein, während die komplexe Firmenstruktur von GVC plus der unbekannten Wachstumsaussichten weitaus weniger attraktiv für bwin zu sein schien.

Wie bekannt wurde, befinden sich bwin und GVC in Gesprächen, um das Angebot neu zu beurteilen und auszuwerten. Laut GVC Holdings selbst erwarte man ein Ergebnis in den nächsten 5-10 Tagen, das Warten geht also weiter, wer am Ende die Oberhand behält.

Auch wenn bwin.party noch nicht aufgekauft wurde, ist es trotzdem nur eine Frage der Zeit, bis es zur nächsten offiziellen ‚Fusion‘ kommt, läßt man einmal die Umstände außer Acht und liegt damit voll im Trend der Glücksspielindustrie, die mehr und mehr Fusionen erlebt. So gab Ladbrokes vor kurzem bekannt, sich mit Gala Coral zusammenzuschließen und als Multikonzern mit einem Wert von etwa 2,3 Milliarden Pfund weiterzumachen und damit als größter Wettanbieter in Großbritannien.

William Hill kauft 30 Prozent von NeoGames auf

Ganz neu ist die Ankündigung von Sportwetten- und Casinoanbieter William Hill, ins Lotteriegeschäft einzusteigen durch einen fast 30-prozentigen Anteil an NeoGames, einem in Luxemburg ansässigen Unternehmen, das zuerst vor allem durch Rubbellose bekannt wurde und schließlich weitläufig in den Online-Lotteriemarkt expandierte. Der 16 Millionen-Pfund Deal wurde bekannt gegeben, als William Hill ebenfalls einen Umsatzrückgang von 35 Prozent im vergangenen halben Jahr veröffentlichte mit der Option, die restlichen 70 Prozent von NeoGames nach drei oder fünf Jahren zu kaufen.

Dadurch reagiert William Hill vor allem auf den Zusammenschluss von Ladbrokes und Gala, um nach wie vor in der oberen Liga der Wettanbieter zu spielen, vor allem in Anbetracht der Verluste in diesem Jahr. Der Deal mit NeoGames macht durchaus Sinn, da der Lotterieanbieter einen sehr guten Stand besonders in den Vereinigten Staaten hat, wo die Ausgaben pro Person für Lotterien so hoch wie in keinem anderen Land weltweit ausfallen und frischer Wind dringend benötigt wird, um konkurrenzfähig zu bleiben.

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