bwin: 888 Holdings zögern, GVC steht Millionenprozess bevor

Seit einiger Zeit befindet sich der Bieterkampf um bwin in der Schwebe zwischen 888 Holdings und GVC Holdings, von denen Letztere das bis jetzt höhere Gebot abgegeben haben – bwin prüft, vielleicht zu lange, denn die Investoren von 888, JP Morgan und Barclays, haben eine Summe von mehr als 580 Millionen Euro eingefroren aufgrund auskommender Zweifel an der bevorstehenden Übernahme. In der Zwischenzeit droht GVC ein Millionen-Dollar Prozess einer Firma, die durch das Interesse an bwin benachteiligt wurde und sich nun übergangen fühlt.

Seit Monaten gibt es mehr oder weniger regelmäßig Updates zur Dreiecksbeziehung bwin, 888 Holdings und GVC Holdings. Bwin.party, der angeschlagene Sportwetten- und Casinoanbieter und zwei renommierte Firmen, die sich um die Übernahme überbieten – der letzte Stand der Dinge bestand in einer Tendenz seitens bwin, auf 888 Holdings einzugehen trotz des niedrigeren Angebots, bis GVC noch einmal beträchtlich sein Angebot erhöhte und der österreichische Wettanbieter auch dieses nicht von der Hand weisen wollte.

Offiziell wird GVCs Antrag gerade eingehend geprüft, was 888 Holdings nicht unbedingt zusagt und genug Zweifel bei den Investmentbanken JP Morgan und Barclays hervorruft, um eine Summe von 650 Millionen Dollar zurückzustellen und 888 Holdings somit in Finanzierungsnot zu bringen. Laut Aussage der Banken seien die Umstände zu ungewiss, um Anlegern eine dringend benötigte Sicherheit zu geben, und das Risiko zu groß, was bwin betrifft, sodass man sich lieber solideren Projekten zuwenden möchte.

GVC droht Klage aufgrund bwin-Priorisierung

Als klarer Favorit könnte jetzt GVC Holdings genannt werden, wenn dem Unternehmen nicht selbst Ärger ins Haus stünde in Form einer millionenschweren Klage der Unterhaltungsberatung 37 Entertainment, die behauptet, dass GVC ein abgesprochenes Abkommen gebrochen habe aufgrund der angestrebten Milliarden-Dollar-Übernahme von bwin. Angeblich sei eine 50:50 Partnerschaft vereinbart worden, um den kanadischen Online-Glücksspielmarkt zu fördern. Zwar seien die finalen Verträge noch nicht unterzeichnet worden, doch gibt nach Angabe von 37 Entertainment eine ‚überwältigende Anzahl von schriftlichen und mündlichen Zusagen‘ bezüglich des Deals. Nachdem sich GVC jedoch auf bwin zubewegt habe, gab es seit Februar 2015 Hinhaltetaktiken zum Unterzeichnen und am Ende nur Ausreden und nichts anderes.

GVC selbst reagierte mit der Aussage, dass der Anspruch völlig unbegründet sei, da es zu keiner formalen Vereinbarung mit dem Unternehmen selbst jemals kam. GVC sei ständig dabei, neue Unternehmensbeziehungen zu evaluieren und nicht jede Möglichkeit würde auch umgesetzt.

History repeating?

Die Aktie von bwin fällt zurzeit, nachdem sie seit Juni konstant angestiegen ist. Ob 888 Holdings wirklich so große Zweifel hat, vom Angebot zurückzutreten und ob GVC Holdings tatsächlich auf Millionen verklagt wird, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Sollten beide Unternehmen im Ernstfall von dem Übernahmeangebot absehen, wäre dies nicht das erste Mal in der Geschichte von bwin, denn bereits im vergangenen Jahr zeigten William Hill sowie das kanadische Amaya Gaming großes Interesse an dem Wettanbieter, auf das Verhandlungen in Höhe von 750 Millionen Dollar folgten, die jedoch ohne Erfolg blieben. Sollte es auch dieses Mal der Fall sein, begibt sich bwin wieder auf Anfang und steht zum Verkauf, doch ist es fraglich, ob noch ein anderes Unternehmen die Summe von 1 Milliarde Pfund erreichen, geschweige denn überbieten kann und möchte.

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