Bieterkampf zwischen GVC Holdings und 888.com um bwin.party

Nachdem vergangene Woche die Rede davon war, dass die Sportwettenfirma GVC Holdings bwin.party bereits ein Angebot zur Übernahme unterbreitet hatte, schaltet sich auf einmal 888 Holdings ein mit einem weiteren Angebot am heutigen Montag für den österreichisch-englischen Sportwettenanbieter. Wer schließlich das Rennen macht, steht noch offen.

Nach dem Zusammenschluss 2011 von bwin und Party Gaming wurden die Bereiche Sportwetten, Casino und  Poker unter einer Marke zusammengeführt, doch blieb der erwartete Erfolg aus – Umsatzeinbußen waren die Folge, die Aktie brach ein und wurde zeitweise sogar als Pennystock gehandelt. Die schlechten Nachrichten häuften sich: Verluste  im Pokerbereich, Griechenland fiel weg als Markt und, ganz zuletzt, die Trennung als Sponsor vom FC Bayern München ließen vermuten, dass bwins Stern steil am Sinken war und eine Reihe von Interessenten zwecks Übernahme auf den Plan riefen.

Von Google war zeitweise die Rede, konkreter wurde es mit der Amaya Gaming Group, dem größten Online-Glücksspielunternehmen zurzeit, aber auch Software-Gigant Playtech, der zeitweise im Gespräch mit bwin war. Buchmacher William Hill zeigte im Februar dieses Jahres ernsthaftes Interesse, was jedoch an Uneinigkeit über den Preis der Übernahme scheiterte.

GVC Holdings und 888 Holdings als konkrete Konkurrenten und Bieter

Vergangene Woche wurde am Freitag bekannt, dass die Sportwettenfirma GVC Holdings, zu der Sportingbet oder Casinoclub gehören, bwin.party ein Angebot gemacht hatte zur Übernahme, was die Aktie von bwin um 7 Prozent am Freitag steigen ließ. Während das Angebot noch geprüft wird, gibt es nach den neuesten Entwicklungen den neuen Mitbewerber 888 Holdings, die in einem offiziellen Statement ihre Pläne bestätigten sowie von einer ‚signifikanten Logik‘ sprachen, die beiden Unternehmen zu fusionieren. Kommt es tatsächlich zu diesem Schritt, hätte das so entstandene Business einen Marktwert von über einer Milliarden Pfund. Die Börse reagierte prompt, denn die Aktie von bwin kletterte bis jetzt um weitere 5 Prozent.

Die weiteren Vorteile liegen außerdem klar auf der Hand: 888 will und muss im Sportwettenbereich expandieren, der neben Casino und Poker etwas schwächelt, doch bwins Aushängeschild ist, während 888 die festen Kosten wie z.B. Lizenzvergaben und Besteuerung des elektronischen Glücksspiels kürzen könnte.

Stellungnahmen von GVC Holdings und 888 Holdings werden in den nächsten Tagen und Wochen erwartet und es bleibt spannend, wer am Ende das Rennen um das angeschlagene bwin.party digital entertainment machen wird. Es stellt sich außerdem die Frage, wie konkret die Pläne der einzelnen Bewerber wirklich sind, denn wie die Vergangenheit zeigte, war der Wille von vielen namhaften Unternehmen zwar da, scheiterte dann aber an finanzieller Uneinigkeit und anderen Gründen.



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